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www.geschichtsverein-sulzbach.de
Main Echo, 30. Oktober 2009
Dienstag beginnt Ibelo-Abbruch
Sulzbach Am Dienstag geht's
los. Ein Abbruch-Unternehmen rückt
am ehemaligen Ibelo-Gebäude in
Sulzbach an und beginnt mit dem
Rückbau. Bürgermeister Peter Maurer
informierte in der
Gemeinderatssitzung am
Donnerstagabend über die nächsten
Schritte.
Bereits ab Montag ist das Gelände
neben dem Schlecker-Markt gesperrt.
Die Abbruch-Firma wird eine
Baustelle einrichten und das Gebäude
in den nächsten acht Wochen Schritt
für Schritt entrümpeln und
entkernen. Die Jahn- und Hauptstraße
wird ab 9. November halbseitig
gesperrt. Bis Ende Januar sollen die
Abbrucharbeiten fertig sein, so
Maurer. Der Platz am Schlecker
allerdings wird schon in etwa vier
Wochen wieder freigegeben. »Der
Weihnachtsmarkt ist also nicht
gefährdet«, so Maurer.
ana
Main Echo, 14. Oktober 2009
Einst "Brötchengeber" und soziale Börse
Rund 800 Besucher bei Ibelo-Ausstellung in
Sulzbach - Kollektionskoffer präsentiert
Sulzbach: Sogar aus Landshut kamen
Feuerzeugsammler angereist: Mehr als 800
Menschen, unter ihnen auch ehemalige
Mitarbeiter, haben am Sonntag die
Ibelo-Ausstellung von Markus Krebs und Mario
Kunkel in den Rathausgaragen besucht. Für viele
bedeutete der vom Heimat- und Geschichtsverein
organisierte "Spaziergang durch die
Vergangenheit" ein Wiedersehen mit der
ehemaligen Firma.
Der Bummel war anschaulich unterlegt mit
zahlreichen Fotos aus der Firmengeschichte,
unter anderem von Arbeitsvorgängen aus Stanzerei
und Schleiferei, Galvanik, Montage, Verpackung
und Versand. Ehemalige Arbeitskollegen trafen
sich nicht nur vor, sondern auch auf den
ausgestellten Fotos. Die wachgerufenen
Erinnerungen entlockten manchem ein "Ah" und
"Oh".
An nahezu alles hatten die Arrangeure der
Ausstellung gedacht: chronologisch angeordnete
Fotos und Textdokumente mit Urkunden, einfaches
Feuerzeugzubehör, aber auch luxuriöse Feuerzeuge
und Kollektionskoffer der Vertreter. Erinnert
wurde unter anderem auch daran, dass Firmenchef
Hermann Zahn ein großzügiger Förderer und Gönner
Sulzbacher Vereine und Gruppen war. Die Firma
Ibelo war zwischen den 1950er und 80er Jahren
ein bedeutender Arbeitgeber und beschäftigte in
Spitzenzeiten bis zu 420 Menschen aus Sulzbach
und umliegenden Ortschaften. Ein ehemaliger
Mitarbeiter brachte es auf den Punkt: "Wenn alle
Häuser in Sulzbach, die damals mit dem bei Ibelo
verdienten Geld finanziert wurden, einstürzen
würden, entstünden große Lücken im Ortsbild."
Anfang der 1970er Jahre belieferte Ibelo noch
Kunden in 53 Ländern der Erde mit Feuerzeugen.
Die Firma war von 1950 bis zu ihrer Auflösung
1988 nicht nur "Brötchengeber" für zahlreiche
Familien. Sie war auch eine Art "soziale Börse
für Informationsaustausch" der Belegschaft über
Ereignisse, Neuigkeiten und Besonderheiten
entlang des Maines und im Vorspessart. Im
Mittelpunkt der Ausstellung stand ein Modell,
das die Arbeitsschritte der Feuerzeug-Produktion
anschaulich demonstrierte. helge
Main Echo, 9.
Oktober 2009
Ibelo-Ausstellung in
den Rathausgaragen
Sulzbach In
den Rathausgaragen
gibt es am Sonntag,
11. Oktober, von 10 bis
18 Uhr eine
Ibelo-Ausstellung.
Auf dem vom Heimat-
und Geschichtsverein
(HGV) arrangierten
"Spaziergang in die
Vergangenheit"
werden Feuerzeuge
sowie Foto- und
Textdokumente der
ehemaligen
Sulzbacher
Feuerzeugfabrik
Ibelo gezeigt, unter
anderem auch alte
Luftbilder.
Mittelpunkt der
Ausstellung ist ein
Modell, das die
einzelnen
Arbeitsschritte bei
der Produktion eines
Feuerzeuges
demonstriert. Der
Eintritt ist frei.
helge Infos beim
Vorsitzenden Peter
Wohlschlögel, Tel. 0
60 28 / 52 44.
Main Echo, 8. Oktober 2009
Ausstellung über
die Firma Ibelo
Sulzbach Mit
einer Ausstellung
widmet sich der
Heimat- und
Geschichtsverein
Sulzbach dem
Werdegang des
Unternehmens Ibelo.
Am 11. Oktober sind
von 10 bis 18 Uhr im
alten Feuerwehrhaus
gegenüber dem
Ibelo-Gebäude
Exponate aus der
Firmengeschichte zu
sehen. Wer
Erinnungsstücke,
Feuerzeuge oder
Dokumente besitzt,
kann sich beim
Arbeitskreis Ibelo,
Tel. 0 60 28 / 40
7976 melden. red
Main Echo, 5. Oktober 2009
Ibelo:
Abrissbagger rollen
in zwei Wochen an
Gemeinderat
Bürger von Anfang an
in die Planungen
einbeziehen -
Zuschussanträge für
Parkscheune und
Ortsmauer.
Sulzbach Am
Montag, 19. Oktober,
rollen die Bagger
zum Abriss des
Ibelo-Gebäudes an.
Im Zuge der Arbeiten
ist im Sulzbacher
Ortskern mit
Verkehrsbehinderungen
zu rechnen, hieß es
am Donnerstag im
Marktgemeinderat.
Für maximal sechs
bis acht Wochen soll
die Hauptstraße
halbseitig gesperrt
werden. Der Verkehr
von Obernau in
Richtung
Kleinwallstadt wird
in dieser Zeit über
die Hintere
Dorfstraße geführt,
die Hauptstraße wird
nur in Richtung
Norden befahrbar
sein. Die Jahnstraße
wird aus Leidersbach
kommend ab der
Einmündung des
Dornauer Weges zur
Einbahnstraße, die
nur in Richtung
Südwesten (Richtung
Kleinwallstadt)
befahrbar sein wird.
Bürgermeister Peter
Maurer (FW)
bedauerte diese "signifkante
Beeinträchtigung".
Der größte
innerörtliche
Abbruch in der
Sulzbacher
Geschichte sei aber
eine sensible
Angelegenheit, bei
der die Sicherheit
die größte Rolle
spiele. Volker Zahn
(SPD) gab zu
bedenken, dass auf
diese Weise
zumindest jedem klar
werde, was für eine
immense
Verkehrsbelastung
Sulzbach jeden Tag
zu bewältigen habe.
Städtebauförderung
geht weiter Die
städtebaulichen
Maßnahmen in
Sulzbach werden auch
in den nächsten
Jahren wie geplant
weitergeführt.
Ortsplaner Martin
Schäffner stellte
den Jahresantrag der
städtebaulichen
Förderung vor, die
der Markt Sulzbach
an die
Landesregierung
stellen wird.
Dabei erläuterte
Schäffner noch
einmal die bisher
realisierten und die
geplanten Projekte
der Gemeinde.
Bereits ausgeführt
sind die Umbauten an
der Braunwarthsmühle,
dem Kirchplatz und
in der Pfortengasse.
Momentan laufende
Projekte sind die
Arbeiten im Gebiet
der Spessartstraße
4. Die dort
geplanten
Stellplätze sollen
bis Ende des Jahres
fertiggestellt sein.
In Zukunft werde
natürlich die
Neugestaltung des
Ibelo-Gebiets einen
sehr zentralen Platz
in der Planung
einnehmen, sagte
Schäffner. Darüber
hinaus sei die
Quartiersgarage ein
wichtiges Projekt,
um Auto-Stellplätze
in der Ortsmitte zu
schaffen.
Dr. Ulrich Wünsch (FW)
stellte den Antrag,
dass die Bürger von
Anfang an in die
Planung der
Neugestaltung des
Ibelo-Geländes
einbezogen werden.
Damit die Fehler der
Vergangenheit nicht
wiederholt würden,
solle jeder
Sulzbacher die
Möglichkeit haben,
sich in den Prozess
einzubringen.
Gemeinderat und
Bürger sollten in
einem ersten Schritt
ein Grundkonzept
erarbeiten, auf dem
die Ausschreibung
erfolgt.
Auch Schäffner
unterstrich, wie
wichtig ein
gemeinsamer Rahmen
sei. Sonst sei es
leicht möglich, dass
die tatsächliche
Umsetzung völlig an
den Interessen der
Bürger vorbeigehe.
Negativbeispiel
Theaterplatz "Nur
mit einer
gemeinsamen Idee
kann man
einigermaßen sicher
gehen, dass sich die
Entscheidungsträger
nicht am Ende von
hoch honorierten
Wettbewerbsprofis
beeinflussen
lassen", so
Schäffner. Die
Gestaltung des
Aschaffenburger
Theaterplatzes sei
ein Beispiel dafür,
wie schnell ein
solches Konzept
schief laufe könne.
Neben 50 000 Euro
für das kommunale
Förderungsprogramm
sollen im kommenden
Jahr 100 000 Euro
für den Ideen- und
Realisierungswettbewerb
der Ibelo beantragt
werden. Hinzu kommen
350 000 Euro für die
Parkscheune in der
Spessartstraße und
200 000 Euro für die
Instandsetzung der
Ortsbefestigung. ag
Main Echo, 1. Oktober 2009
Vom Aufstieg und
Fall eines
Unternehmens
Ibelo Sulzbacher
Feuerzeughersteller
verpasste nach
Boomjahren den
Anschluss - Abriss
im Oktober
Sulzbach Eine
Randnotiz im
Main-Echo sorgte für
großes Aufatmen in
Sulzbach: Unter dem
Titel "Schandfleck
Feuerzeugfabrik wird
abgerissen" wurde
der erfolgreiche
Abschluss des
Sanierungsvertrags
für das marode
Industriegebäude
bekannt gegeben.
Nach schier endlosem
Gerangel um
Kompetenzen, Kosten
und Zuständigkeiten
sind nun die Weichen
für den Abriss
gestellt. Eine
Erneuerung des
Ortskerns ist in
greifbare Nähe
gerückt.
Für viele
Sulzbacher hat der
Name Ibelo immer
noch einen
besonderen Klang.
Einerseits ist die
Firmengeschichte ein
Paradebeispiel für
den Wirtschaftsboom
nach dem zweiten
Weltkrieg - immerhin
entwickelte sich die
Firma innerhalb
weniger Jahrzehnte
von einer
Hinterhofwerkstatt
zum größten
Feuerzeugproduzenten
Europas. Doch auch
die Kehrseite des
Erfolges konnte
jedermann
mitverfolgen: Der
dramatische Einbruch
der Umsätze durch
wachsende Konkurrenz
und gravierende
Fehlentscheidungen
der
Geschäftsleitung.
Völlig neuartiges
Zündsystem Die
Geschichte der Ibelo
in Sulzbach beginnt
nach dem Ende des
Zweiten Weltkriegs.
Hermann Zahn hatte
die Firma 1938 von
den Brüdern Julius
und Benno Loewenthal
übernommen. Die
beiden hatten die
Firma 1919 in
Frankfurt gegründet
und mussten wegen
ihres jüdischen
Glaubens aus
Deutschland fliehen.
Von ihnen stammt
auch der Name Ibelo,
er entstand aus den
Initialen der beiden
Brüder. Nach einer
Zwangspause während
der Kriegsjahre nahm
Zahn gegen Ende der
40er-Jahre in seinem
Heimatort Sulzbach
die Produktion
wieder auf, damals
noch in einem
Schuppen neben dem
Elternhaus.
Bereits vor dem
Krieg hatte Zahn ein
völlig neuartiges
Zündsystem für
Feuerzeuge auf den
Markt gebracht. Nun
machte er sich
daran, diese Idee zu
vermarkten. Vor
allem dank guter
Kontakte ins Ausland
erlebte sein
Unternehmen einen
rasanten Aufschwung.
Bald wurden unter
dem Namen "Colibri"
Feuerzeuge aus
Sulzbach in die
ganze westliche Welt
exportiert. Nach
zwei
Betriebsvergrößerungen
zu Beginn der
50er-Jahre wurde
1956 das heutige
Ibelo-Gebäude in der
Sulzbacher
Hauptstraße
errichtet. Neun
Jahre später folgte
das Hauptgebäude in
der Jahnstraße.
Einer, der die
Geschehnisse aus der
ersten Reihe
beobachten konnte,
ist Werner Lenk. 40
Jahre lang war der
Sulzbacher bei der
Ibelo beschäftigt
und ist in vom
einfachen Arbeiter
zum Abteilungsleiter
aufgestiegen. "In
meinen ersten Jahren
bei der Ibelo war
das Tempo der
Entwicklung schon
beeindruckend"
erinnert sich Lenk.
"Ständig wurde das
Unternehmen
erweitert und der
Export ausgebaut."
Das war eine tolle
Zeit. Werner Lenk,
Ex-Abteilungsleiter
1973 war Ibelo der
größte
Feuerzeug-Produzent
in Europa. 1976
exportierte man in
53 Staaten weltweit
und am Standort
Sulzbach waren 420
Mitarbeiter
beschäftigt. "Das
war eine tolle Zeit.
Hermann Zahn
organisierte für die
Mitarbeiter
Schiffstouren auf
dem Main oder
Tanzabende. Die
Ibelo-Bälle waren
berühmt, damals."
In den 80er-Jahren
mehrten sich jedoch
die Anzeichen für
einen Abschwung. Die
Erfindung der
Einweg-Feuerzeuge
und die billige
Produktion in Asien
läutete das Ende der
Ibelo ein. "Zahn hat
damals ganz bewusst
nichts getan, um
dieser Konkurrenz zu
begegnen.", weiß
Lenk. "Für ihn gab
es nur das Prestige
seiner Feuerzeuge,
von einem Umstieg
auf Einwegmodelle
oder das Ausweichen
in andere
Geschäftsbereiche
wollte er nichts
wissen. Obwohl das
damals ganz einfach
gewesen wäre." Erst
später sei die
Einsicht gekommen,
doch da war es zu
spät. 1986 meldete
die "Ibelo
Metallwarenfabrik"
Konkurs an. Heute
ist die Produktion
ganz eingestellt,
nur noch ein
einziger
Angestellter ist mit
der Reparatur alter
Modelle beschäftigt.
Boden verseucht Das
weitere Schicksal
des Gebäudes war
Gegenstand ständiger
Auseinandersetzungen
zwischen dem neuen
Eigentümer Emil
Stilz und der
Gemeinde. Bei
Untersuchungen wurde
schnell klar, dass
der gesamte
Untergrund mit
Altlasten verseucht
ist und eine
Sanierung des
Geländes Millionen
verschlingen würde.
Der
Sanierungsvertrag
zwischen dem
Landratsamt und Emil
Stilz bringt nun
endlich Bewegung in
die Sache. Im
Oktober sollen die
Bagger rollen, um
dem maroden Gebäude
zu Leibe zu rücken.
Wie es dann mit dem
Gelände weitergehen
soll, ist offen.
Werner Lenk
betrachtet die ganze
Geschichte heute
gelassen: "Natürlich
beobachte ich die
Entwicklung mit
einem lachenden und
einem weinenden Auge
- so richtig kann
ich nicht glauben,
dass schon in ein
paar Monaten alles
vorbei sein soll."
Andreas Göbel
Main Echo, 1. Oktober 2009
Ausstellung über
die
Ibelo-Firmengeschichte
am 11. Oktober
Mit einer
Ibelo-Ausstellung
widmet sich der
Sulzbacher Heimat-
und Geschichtsverein
dem Werdegang des
Sulzbacher
Unternehmens. Am
Sonntag, 11.
Oktober, werden von
10 bis 18 Uhr im
alten Feuerwehrhaus
gegenüber dem
Ibelo-Gebäude
zahlreiche Exponate
aus der
Firmengeschichte zu
sehen sein. Wer noch
Erinnungsstücke ,
Feuerzeuge oder
andere Dokumente
besitzt, kann sich
beim Arbeitskreis
Ibelo, Telefon 0 60
28 / 40 79 76 ,
melden. Nähere
Informationen gibt
es im internet unter
der Adresse
www.ibelo-feuerzeuge.de.
ag
Main Echo, 2. September 2009
"Schandfleck" Feuerzeugfabrik wird
abgerissen
Ibelo Sanierungsvertrag im Landratsamt
unterzeichnet
Sulzbach Der Weg für die Neugestaltung
des maroden Ibelo-Geländes in Sulzbach ist frei.
Landrat Roland Schwing unterzeichnete am
Donnerstag mit Eigentümer Emil Stilz im Beisein
von Bürgermeister Peter Maurer den
Sanierungsvertrag. Der Kontrakt sieht vor,
dass zunächst das seit fast einem Jahrzehnt leer
stehende, im Ort als "Schandfleck" verrufene
Firmengebäude abgerissen und der anfallende
Bauschutt entsorgt wird. Die Bagger werden
voraussichtlich im Oktober anrollen. Der Boden
muss großflächig ausgetauscht, das Grundwasser
aufwendig über mehrere Förderbrunnen gereinigt
werden. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahme
will der Markt Sulzbach das Gelände im Rahmen
seines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes neu
gestalten und anschließend kaufen.
"Damoklesschwert" beseitigen "Für die weitere
Entwicklung wird dieser Schritt dem Markt
Sulzbach gut tun", betonte Schwing bei der
Vertragsunterzeichnung. Zudem könne das
"Damoklesschwert" weiterer
Schadstoffausbreitungen jetzt endgültig
beseitigt werden. Bürgermeister Peter Maurer
wertete die bevorstehende Sanierung des
Ibelo-Geländes als "Meilenstein für unsere
Gemeinde". Bei seiner Wahl zum Bürgermeister im
Jahr 2006 habe er sich das ehrgeizige Ziel
gesetzt, die Sanierung der Altlast
voranzubringen. Seitdem seien unzählige
Gespräche und Verhandlungen geführt worden. red
Main Echo, 8. September
2006
Fasziniert vom Ibelo-Imperium
Zwei junge Sulzbacher bereiten die Firmengeschichte auf - Ungewisse
Zukunft der Immobilie
Sulzbach. Markus Krebs und Mario Kunkel haben sich viel vorgenommen: Die
beiden jungen Sulzbacher wollen die wechselvolle Geschichte der Ibelo
aufarbeiten. Das ehemals größte Unternehmen am Ort war vor 20 Jahren in
Konkurs gegangen und hat der Marktgemeinde eine Problemimmobilie
hinterlassen.
Der 19-jährige Schüler Markus Krebs wohnt keine hundert Meter vom
angehenden Industriekaufmann Mario Kunkel entfernt. Der eine interessiert
sich für die Geschichte des Unternehmens, der andere für die dort einst
produzierten Feuerzeuge. Beide wussten nichts voneinander, bis sie sich in
einem Forum über Feuerzeuge im Internet kennen lernten. Vor eineinhalb
Jahren begann so ihre Zusammenarbeit, im Heimat- und Geschichtsverein
gründeten sie eigens einen Arbeitskreis »Ibelo«.
Sammeleifer
Viel Eifer und Zeit steckten die beiden bereits in ihr Hobby: Briefe
wurden sogar ins Ausland geschrieben, Presse- und Augenzeugenberichte
gesammelt, viele Sammlerforen durchstöbert. Inzwischen haben sie - auch
dank der Unterstützung früherer Beschäftigter - zahlreiche
Feuerzeugfabrikate, Werbematerialien, Patentschriften,
Handelsregisterauszüge und Fotos zusammengetragen. »Unsere Sammlung ist
auf keinen Fall vollständig, wir haben von allem ein bisschen, deswegen
sind wir auf weitere Hilfe angewiesen«, erklären Kunkel und Krebs.
Als nächsten großen Schritt haben sich die Hobbyforscher vorgenommen, mit
dem derzeitigen Eigentümer des Gebäudes, Emil Stilz, und mit Werner Zahn,
dem Sohn des früheren Eigentümers, zu sprechen. Von diesen erhoffen sie
sich weitere Informationen, vor allem über die letzten zehn Jahre vor dem
Konkurs unter Hermann Zahn - »dort haben wir noch die größten Lücken«.
Problem Bodenbelastung
Seit Jahren versucht die Gemeinde Sulzbach, das Fabrikgebäude zu erwerben.
Das Haupthindernis: Der Boden ist stark mit Schadstoffen aus der früheren
Produktion belastet. Bisher gab es noch keine Einigung mit dem Eigentümer.
An die Erfüllung seines Wahlversprechens, das »Problem Ibelo-Gebäude« zu
lösen, will sich Bürgermeister Peter Maurer im Spätherbst heranwagen.
»Zunächst soll eine Prognose über Dauer und Kosten der Dekontamination
erstellt werden«, erklärt Maurer sein Vorhaben, »erst dann können wir
weitere Schritte wagen«. Über den voraussichtlichen Zeitrahmen konnte der
Rathauschef allerdings nur vage Angaben machen.
Vor allem will Maurer den Eigentümer Emil Stilz mit ins Boot holen, um mit
ihm gemeinsam eine Lösung zu finden. Stilz erklärte auf Nachfrage, er sei
»durchaus bereit, mit der Gemeinde zu verhandeln, aber nur über einen
fairen Preis«. In der Vergangenheit habe es immer wieder den Anschein
gehabt, die Gemeinde wolle das Grundstück »geschenkt« haben. Derzeit
liefen bereits Sanierungsarbeiten, die in einem Entsorgungskonzept mit dem
Landratsamt vereinbart worden seien. Als Stilz 1986, nach dem Bankrott des
Unternehmens, das Gebäude kaufte, wusste er selbst nichts von der
Verunreinigung des Bodens.
Da waren die Glanzzeiten des Ibelo-Imperiums längst vorbei. Wie Krebs und
Kunkel berichten, war das Unternehmen einst in Frankfurt von den Brüdern
Loewenthal gegründet worden. Hermann Zahn übernahm 1938 die florierende
Ibelo Pfeifenfabrik AG. Weitreichende Kontakte ins Ausland und stetige
Produktionssteigerungen kennzeichneten die Jahre 1950 bis 1980, bis zu 450
Beschäftigte waren bei Ibelo in Lohn und Brot - bis 1986 das Aus kam.
Die beiden Sulzbacher haben sich für ihr Geschichtsprojekt keinen
Zeitrahmen gesteckt. Nach Beendigung des Projekts soll es eine Ausstellung
oder eine Infobroschüre geben. Trotz ihres Interesses für die Geschichte
des ehemaligen Feuerzeugherstellers: Gegen einen Abriss des verwahrlosten
Komplexes hätten sie nichts einzuwenden. Christina Köhler
Kontakt: Markus Krebs, 06028/407976; Internet:
www.ibelo-feuerzeuge.de
Dieser Artikel erschienen
im Main Echo (Mai 2007) unter der Rubrik "Schule macht Zeitung"
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Ibelo: Schandfleck für Markt Sulzbach |
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Alternative: tolle Familienhäuser, einladende Parks
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Sulzbach.
Überall gilt es Landschaften, Dörfer, Städte und vieles mehr zu
verschönern, doch in Sulzbach kommt dies ja wohl zu kurz. Denn
das nicht übersehbare Ungetüm in unserem Ort namens Ibelo
(ehemalige Feuerzeugfabrik) ist ein grausamer Schandfleck.
Das alte Fabrikgebäude ist total heruntergekommen, da es seit
etwa 20 Jahren leer steht und längst nicht mehr gepflegt wird.
Kaputte Fensterscheiben, herunterfallende Ziegel sowie
abbröckelnder Fassadenputz stellen sogar eine Gefährdung für
Fußgänger dar. Bei Befragung des Sulzbacher Bürgermeisters
erhält man die Antwort: Dieses Anwesen ist nicht in
Gemeindebesitz und gehört einem Privatmann. Doch man könnte auf
dem Platz schönere und wichtigere Sachen bauen. Wie zum
Beispiel: tolle Familienhäuser, einladende Parkanlagen mit
Wasserspielen, eine Seniorentagesstätte, ein Ärztehaus und so
weiter.
Ich wünsche mir, dass ich mit diesem Artikel noch viele
Gleichgesinnte gefunden habe, die mit mir dieses Problem
anpacken.
Marie-Christin Müller Klasse 4 aHerigoyen Volksschule Sulzbach
Foto: privat
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Wir freuen uns,
dass das Thema „Ibelo“ immer wieder auf die Agenda kommt. Dieser Artikel
gibt den Sachverhalt vollkommen richtig wieder - allerdings mit falschen
Schlüssen! Herr Maurer kann leider wirklich nichts machen, denn wenn er
das Grundstück für eine Menge Geld kaufen würde, würde es auch Kritiker
geben. Man sollte in Sachen Kauf eher abwarten und eine günstige
Gelegenheit nutzen. Einem Privatmann ein Grundstück abzunehmen ist in
Deutschland (zum Glück) nur schwer möglich!!!
Natürlich ist das
Gebäude in einem schlechten Zustand, allerdings gibt es auf dem Ibelo
Gelände keine herunterfallenden Ziegel, da es ein Flachdach hat. Auch
sind dort keine zerbrochenen Fensterscheiben, da das Gelände trotz
seines schlechten Zustandes immer noch teilweise genutzt und auch
verwaltet wird!
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