Presse

 

Aktuelle Amtsblattartikel finden Sie unter www.geschichtsverein-sulzbach.de

 

Main Echo, 30. Oktober 2009

Dienstag beginnt Ibelo-Abbruch
 
Sulzbach  Am Dienstag geht's los. Ein Abbruch-Unternehmen rückt am ehemaligen Ibelo-Gebäude in Sulzbach an und beginnt mit dem Rückbau. Bürgermeister Peter Maurer informierte in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend über die nächsten Schritte.
 
Bereits ab Montag ist das Gelände neben dem Schlecker-Markt gesperrt. Die Abbruch-Firma wird eine Baustelle einrichten und das Gebäude in den nächsten acht Wochen Schritt für Schritt entrümpeln und entkernen. Die Jahn- und Hauptstraße wird ab 9. November halbseitig gesperrt. Bis Ende Januar sollen die Abbrucharbeiten fertig sein, so Maurer. Der Platz am Schlecker allerdings wird schon in etwa vier Wochen wieder freigegeben. »Der Weihnachtsmarkt ist also nicht gefährdet«, so Maurer. ana
 

Main Echo, 14. Oktober 2009

Einst "Brötchengeber" und soziale Börse

Rund 800 Besucher bei Ibelo-Ausstellung in Sulzbach - Kollektionskoffer präsentiert

Sulzbach: Sogar aus Landshut kamen Feuerzeugsammler angereist: Mehr als 800 Menschen, unter ihnen auch ehemalige Mitarbeiter, haben am Sonntag die Ibelo-Ausstellung von Markus Krebs und Mario Kunkel in den Rathausgaragen besucht. Für viele bedeutete der vom Heimat- und Geschichtsverein organisierte "Spaziergang durch die Vergangenheit" ein Wiedersehen mit der ehemaligen Firma.

Der Bummel war anschaulich unterlegt mit zahlreichen Fotos aus der Firmengeschichte, unter anderem von Arbeitsvorgängen aus Stanzerei und Schleiferei, Galvanik, Montage, Verpackung und Versand. Ehemalige Arbeitskollegen trafen sich nicht nur vor, sondern auch auf den ausgestellten Fotos. Die wachgerufenen Erinnerungen entlockten manchem ein "Ah" und "Oh".

An nahezu alles hatten die Arrangeure der Ausstellung gedacht: chronologisch angeordnete Fotos und Textdokumente mit Urkunden, einfaches Feuerzeugzubehör, aber auch luxuriöse Feuerzeuge und Kollektionskoffer der Vertreter. Erinnert wurde unter anderem auch daran, dass Firmenchef Hermann Zahn ein großzügiger Förderer und Gönner Sulzbacher Vereine und Gruppen war. Die Firma Ibelo war zwischen den 1950er und 80er Jahren ein bedeutender Arbeitgeber und beschäftigte in Spitzenzeiten bis zu 420 Menschen aus Sulzbach und umliegenden Ortschaften. Ein ehemaliger Mitarbeiter brachte es auf den Punkt: "Wenn alle Häuser in Sulzbach, die damals mit dem bei Ibelo verdienten Geld finanziert wurden, einstürzen würden, entstünden große Lücken im Ortsbild."

Anfang der 1970er Jahre belieferte Ibelo noch Kunden in 53 Ländern der Erde mit Feuerzeugen. Die Firma war von 1950 bis zu ihrer Auflösung 1988 nicht nur "Brötchengeber" für zahlreiche Familien. Sie war auch eine Art "soziale Börse für Informationsaustausch" der Belegschaft über Ereignisse, Neuigkeiten und Besonderheiten entlang des Maines und im Vorspessart. Im Mittelpunkt der Ausstellung stand ein Modell, das die Arbeitsschritte der Feuerzeug-Produktion anschaulich demonstrierte. helge


Main Echo, 9. Oktober 2009

Ibelo-Ausstellung in den Rathausgaragen

 
Sulzbach In den Rathausgaragen gibt es am Sonntag, 11. Oktober, von 10 bis 18 Uhr eine Ibelo-Ausstellung. Auf dem vom Heimat- und Geschichtsverein (HGV) arrangierten "Spaziergang in die Vergangenheit" werden Feuerzeuge sowie Foto- und Textdokumente der ehemaligen Sulzbacher Feuerzeugfabrik Ibelo gezeigt, unter anderem auch alte Luftbilder. Mittelpunkt der Ausstellung ist ein Modell, das die einzelnen Arbeitsschritte bei der Produktion eines Feuerzeuges demonstriert. Der Eintritt ist frei. helge Infos beim Vorsitzenden Peter Wohlschlögel, Tel. 0 60 28 / 52 44.
 

Main Echo, 8. Oktober 2009

Ausstellung über die Firma Ibelo
 
Sulzbach Mit einer Ausstellung widmet sich der Heimat- und Geschichtsverein Sulzbach dem Werdegang des Unternehmens Ibelo. Am 11. Oktober sind von 10 bis 18 Uhr im alten Feuerwehrhaus gegenüber dem Ibelo-Gebäude Exponate aus der Firmengeschichte zu sehen. Wer Erinnungsstücke, Feuerzeuge oder Dokumente besitzt, kann sich beim Arbeitskreis Ibelo, Tel. 0 60 28 / 40 7976 melden. red
 

Main Echo, 5. Oktober 2009

Ibelo: Abrissbagger rollen in zwei Wochen an
Gemeinderat Bürger von Anfang an in die Planungen einbeziehen - Zuschussanträge für Parkscheune und Ortsmauer.
Sulzbach Am Montag, 19. Oktober, rollen die Bagger zum Abriss des Ibelo-Gebäudes an. Im Zuge der Arbeiten ist im Sulzbacher Ortskern mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen, hieß es am Donnerstag im Marktgemeinderat.

Für maximal sechs bis acht Wochen soll die Hauptstraße halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr von Obernau in Richtung Kleinwallstadt wird in dieser Zeit über die Hintere Dorfstraße geführt, die Hauptstraße wird nur in Richtung Norden befahrbar sein. Die Jahnstraße wird aus Leidersbach kommend ab der Einmündung des Dornauer Weges zur Einbahnstraße, die nur in Richtung Südwesten (Richtung Kleinwallstadt) befahrbar sein wird.

Bürgermeister Peter Maurer (FW) bedauerte diese "signifkante Beeinträchtigung". Der größte innerörtliche Abbruch in der Sulzbacher Geschichte sei aber eine sensible Angelegenheit, bei der die Sicherheit die größte Rolle spiele. Volker Zahn (SPD) gab zu bedenken, dass auf diese Weise zumindest jedem klar werde, was für eine immense Verkehrsbelastung Sulzbach jeden Tag zu bewältigen habe.

Städtebauförderung geht weiter Die städtebaulichen Maßnahmen in Sulzbach werden auch in den nächsten Jahren wie geplant weitergeführt. Ortsplaner Martin Schäffner stellte den Jahresantrag der städtebaulichen Förderung vor, die der Markt Sulzbach an die Landesregierung stellen wird.

Dabei erläuterte Schäffner noch einmal die bisher realisierten und die geplanten Projekte der Gemeinde. Bereits ausgeführt sind die Umbauten an der Braunwarthsmühle, dem Kirchplatz und in der Pfortengasse. Momentan laufende Projekte sind die Arbeiten im Gebiet der Spessartstraße 4. Die dort geplanten Stellplätze sollen bis Ende des Jahres fertiggestellt sein.

In Zukunft werde natürlich die Neugestaltung des Ibelo-Gebiets einen sehr zentralen Platz in der Planung einnehmen, sagte Schäffner. Darüber hinaus sei die Quartiersgarage ein wichtiges Projekt, um Auto-Stellplätze in der Ortsmitte zu schaffen.

Dr. Ulrich Wünsch (FW) stellte den Antrag, dass die Bürger von Anfang an in die Planung der Neugestaltung des Ibelo-Geländes einbezogen werden. Damit die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt würden, solle jeder Sulzbacher die Möglichkeit haben, sich in den Prozess einzubringen. Gemeinderat und Bürger sollten in einem ersten Schritt ein Grundkonzept erarbeiten, auf dem die Ausschreibung erfolgt.

Auch Schäffner unterstrich, wie wichtig ein gemeinsamer Rahmen sei. Sonst sei es leicht möglich, dass die tatsächliche Umsetzung völlig an den Interessen der Bürger vorbeigehe.

Negativbeispiel Theaterplatz "Nur mit einer gemeinsamen Idee kann man einigermaßen sicher gehen, dass sich die Entscheidungsträger nicht am Ende von hoch honorierten Wettbewerbsprofis beeinflussen lassen", so Schäffner. Die Gestaltung des Aschaffenburger Theaterplatzes sei ein Beispiel dafür, wie schnell ein solches Konzept schief laufe könne.

Neben 50 000 Euro für das kommunale Förderungsprogramm sollen im kommenden Jahr 100 000 Euro für den Ideen- und Realisierungswettbewerb der Ibelo beantragt werden. Hinzu kommen 350 000 Euro für die Parkscheune in der Spessartstraße und 200 000 Euro für die Instandsetzung der Ortsbefestigung. ag

 


Main Echo, 1. Oktober 2009

Vom Aufstieg und Fall eines Unternehmens
Ibelo Sulzbacher Feuerzeughersteller verpasste nach Boomjahren den Anschluss - Abriss im Oktober

Sulzbach Eine Randnotiz im Main-Echo sorgte für großes Aufatmen in Sulzbach: Unter dem Titel "Schandfleck Feuerzeugfabrik wird abgerissen" wurde der erfolgreiche Abschluss des Sanierungsvertrags für das marode Industriegebäude bekannt gegeben. Nach schier endlosem Gerangel um Kompetenzen, Kosten und Zuständigkeiten sind nun die Weichen für den Abriss gestellt. Eine Erneuerung des Ortskerns ist in greifbare Nähe gerückt.

Für viele Sulzbacher hat der Name Ibelo immer noch einen besonderen Klang. Einerseits ist die Firmengeschichte ein Paradebeispiel für den Wirtschaftsboom nach dem zweiten Weltkrieg - immerhin entwickelte sich die Firma innerhalb weniger Jahrzehnte von einer Hinterhofwerkstatt zum größten Feuerzeugproduzenten Europas. Doch auch die Kehrseite des Erfolges konnte jedermann mitverfolgen: Der dramatische Einbruch der Umsätze durch wachsende Konkurrenz und gravierende Fehlentscheidungen der Geschäftsleitung.

Völlig neuartiges Zündsystem Die Geschichte der Ibelo in Sulzbach beginnt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Hermann Zahn hatte die Firma 1938 von den Brüdern Julius und Benno Loewenthal übernommen. Die beiden hatten die Firma 1919 in Frankfurt gegründet und mussten wegen ihres jüdischen Glaubens aus Deutschland fliehen. Von ihnen stammt auch der Name Ibelo, er entstand aus den Initialen der beiden Brüder. Nach einer Zwangspause während der Kriegsjahre nahm Zahn gegen Ende der 40er-Jahre in seinem Heimatort Sulzbach die Produktion wieder auf, damals noch in einem Schuppen neben dem Elternhaus.

Bereits vor dem Krieg hatte Zahn ein völlig neuartiges Zündsystem für Feuerzeuge auf den Markt gebracht. Nun machte er sich daran, diese Idee zu vermarkten. Vor allem dank guter Kontakte ins Ausland erlebte sein Unternehmen einen rasanten Aufschwung. Bald wurden unter dem Namen "Colibri" Feuerzeuge aus Sulzbach in die ganze westliche Welt exportiert. Nach zwei Betriebsvergrößerungen zu Beginn der 50er-Jahre wurde 1956 das heutige Ibelo-Gebäude in der Sulzbacher Hauptstraße errichtet. Neun Jahre später folgte das Hauptgebäude in der Jahnstraße.

Einer, der die Geschehnisse aus der ersten Reihe beobachten konnte, ist Werner Lenk. 40 Jahre lang war der Sulzbacher bei der Ibelo beschäftigt und ist in vom einfachen Arbeiter zum Abteilungsleiter aufgestiegen. "In meinen ersten Jahren bei der Ibelo war das Tempo der Entwicklung schon beeindruckend" erinnert sich Lenk. "Ständig wurde das Unternehmen erweitert und der Export ausgebaut."

Das war eine tolle Zeit. Werner Lenk, Ex-Abteilungsleiter 1973 war Ibelo der größte Feuerzeug-Produzent in Europa. 1976 exportierte man in 53 Staaten weltweit und am Standort Sulzbach waren 420 Mitarbeiter beschäftigt. "Das war eine tolle Zeit. Hermann Zahn organisierte für die Mitarbeiter Schiffstouren auf dem Main oder Tanzabende. Die Ibelo-Bälle waren berühmt, damals."

In den 80er-Jahren mehrten sich jedoch die Anzeichen für einen Abschwung. Die Erfindung der Einweg-Feuerzeuge und die billige Produktion in Asien läutete das Ende der Ibelo ein. "Zahn hat damals ganz bewusst nichts getan, um dieser Konkurrenz zu begegnen.", weiß Lenk. "Für ihn gab es nur das Prestige seiner Feuerzeuge, von einem Umstieg auf Einwegmodelle oder das Ausweichen in andere Geschäftsbereiche wollte er nichts wissen. Obwohl das damals ganz einfach gewesen wäre." Erst später sei die Einsicht gekommen, doch da war es zu spät. 1986 meldete die "Ibelo Metallwarenfabrik" Konkurs an. Heute ist die Produktion ganz eingestellt, nur noch ein einziger Angestellter ist mit der Reparatur alter Modelle beschäftigt.

Boden verseucht Das weitere Schicksal des Gebäudes war Gegenstand ständiger Auseinandersetzungen zwischen dem neuen Eigentümer Emil Stilz und der Gemeinde. Bei Untersuchungen wurde schnell klar, dass der gesamte Untergrund mit Altlasten verseucht ist und eine Sanierung des Geländes Millionen verschlingen würde. Der Sanierungsvertrag zwischen dem Landratsamt und Emil Stilz bringt nun endlich Bewegung in die Sache. Im Oktober sollen die Bagger rollen, um dem maroden Gebäude zu Leibe zu rücken. Wie es dann mit dem Gelände weitergehen soll, ist offen.

Werner Lenk betrachtet die ganze Geschichte heute gelassen: "Natürlich beobachte ich die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge - so richtig kann ich nicht glauben, dass schon in ein paar Monaten alles vorbei sein soll." Andreas Göbel

 


Main Echo, 1. Oktober 2009

Ausstellung über die Ibelo-Firmengeschichte am 11. Oktober
 
 Mit einer Ibelo-Ausstellung widmet sich der Sulzbacher Heimat- und Geschichtsverein dem Werdegang des Sulzbacher Unternehmens. Am Sonntag, 11. Oktober, werden von 10 bis 18 Uhr im alten Feuerwehrhaus gegenüber dem Ibelo-Gebäude zahlreiche Exponate aus der Firmengeschichte zu sehen sein. Wer noch Erinnungsstücke , Feuerzeuge oder andere Dokumente besitzt, kann sich beim Arbeitskreis Ibelo, Telefon 0 60 28 / 40 79 76 , melden. Nähere Informationen gibt es im internet unter der Adresse www.ibelo-feuerzeuge.de. ag
 

Main Echo, 2. September 2009

"Schandfleck" Feuerzeugfabrik wird abgerissen

Ibelo Sanierungsvertrag im Landratsamt unterzeichnet
Sulzbach Der Weg für die Neugestaltung des maroden Ibelo-Geländes in Sulzbach ist frei. Landrat Roland Schwing unterzeichnete am Donnerstag mit Eigentümer Emil Stilz im Beisein von Bürgermeister Peter Maurer den Sanierungsvertrag.

Der Kontrakt sieht vor, dass zunächst das seit fast einem Jahrzehnt leer stehende, im Ort als "Schandfleck" verrufene Firmengebäude abgerissen und der anfallende Bauschutt entsorgt wird. Die Bagger werden voraussichtlich im Oktober anrollen. Der Boden muss großflächig ausgetauscht, das Grundwasser aufwendig über mehrere Förderbrunnen gereinigt werden. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahme will der Markt Sulzbach das Gelände im Rahmen seines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes neu gestalten und anschließend kaufen.

"Damoklesschwert" beseitigen "Für die weitere Entwicklung wird dieser Schritt dem Markt Sulzbach gut tun", betonte Schwing bei der Vertragsunterzeichnung. Zudem könne das "Damoklesschwert" weiterer Schadstoffausbreitungen jetzt endgültig beseitigt werden. Bürgermeister Peter Maurer wertete die bevorstehende Sanierung des Ibelo-Geländes als "Meilenstein für unsere Gemeinde". Bei seiner Wahl zum Bürgermeister im Jahr 2006 habe er sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Sanierung der Altlast voranzubringen. Seitdem seien unzählige Gespräche und Verhandlungen geführt worden. red
 


Main Echo, 8. September 2006

Fasziniert vom Ibelo-Imperium
Zwei junge Sulzbacher bereiten die Firmengeschichte auf - Ungewisse Zukunft der Immobilie

Sulzbach. Markus Krebs und Mario Kunkel haben sich viel vorgenommen: Die beiden jungen Sulzbacher wollen die wechselvolle Geschichte der Ibelo aufarbeiten. Das ehemals größte Unternehmen am Ort war vor 20 Jahren in Konkurs gegangen und hat der Marktgemeinde eine Problemimmobilie hinterlassen.


Der 19-jährige Schüler Markus Krebs wohnt keine hundert Meter vom angehenden Industriekaufmann Mario Kunkel entfernt. Der eine interessiert sich für die Geschichte des Unternehmens, der andere für die dort einst produzierten Feuerzeuge. Beide wussten nichts voneinander, bis sie sich in einem Forum über Feuerzeuge im Internet kennen lernten. Vor eineinhalb Jahren begann so ihre Zusammenarbeit, im Heimat- und Geschichtsverein gründeten sie eigens einen Arbeitskreis »Ibelo«.

Sammeleifer
Viel Eifer und Zeit steckten die beiden bereits in ihr Hobby: Briefe wurden sogar ins Ausland geschrieben, Presse- und Augenzeugenberichte gesammelt, viele Sammlerforen durchstöbert. Inzwischen haben sie - auch dank der Unterstützung früherer Beschäftigter - zahlreiche Feuerzeugfabrikate, Werbematerialien, Patentschriften, Handelsregisterauszüge und Fotos zusammengetragen. »Unsere Sammlung ist auf keinen Fall vollständig, wir haben von allem ein bisschen, deswegen sind wir auf weitere Hilfe angewiesen«, erklären Kunkel und Krebs.

Als nächsten großen Schritt haben sich die Hobbyforscher vorgenommen, mit dem derzeitigen Eigentümer des Gebäudes, Emil Stilz, und mit Werner Zahn, dem Sohn des früheren Eigentümers, zu sprechen. Von diesen erhoffen sie sich weitere Informationen, vor allem über die letzten zehn Jahre vor dem Konkurs unter Hermann Zahn - »dort haben wir noch die größten Lücken«.

Problem Bodenbelastung
Seit Jahren versucht die Gemeinde Sulzbach, das Fabrikgebäude zu erwerben. Das Haupthindernis: Der Boden ist stark mit Schadstoffen aus der früheren Produktion belastet. Bisher gab es noch keine Einigung mit dem Eigentümer. An die Erfüllung seines Wahlversprechens, das »Problem Ibelo-Gebäude« zu lösen, will sich Bürgermeister Peter Maurer im Spätherbst heranwagen. »Zunächst soll eine Prognose über Dauer und Kosten der Dekontamination erstellt werden«, erklärt Maurer sein Vorhaben, »erst dann können wir weitere Schritte wagen«. Über den voraussichtlichen Zeitrahmen konnte der Rathauschef allerdings nur vage Angaben machen.
Vor allem will Maurer den Eigentümer Emil Stilz mit ins Boot holen, um mit ihm gemeinsam eine Lösung zu finden. Stilz erklärte auf Nachfrage, er sei »durchaus bereit, mit der Gemeinde zu verhandeln, aber nur über einen fairen Preis«. In der Vergangenheit habe es immer wieder den Anschein gehabt, die Gemeinde wolle das Grundstück »geschenkt« haben. Derzeit liefen bereits Sanierungsarbeiten, die in einem Entsorgungskonzept mit dem Landratsamt vereinbart worden seien. Als Stilz 1986, nach dem Bankrott des Unternehmens, das Gebäude kaufte, wusste er selbst nichts von der Verunreinigung des Bodens.
Da waren die Glanzzeiten des Ibelo-Imperiums längst vorbei. Wie Krebs und Kunkel berichten, war das Unternehmen einst in Frankfurt von den Brüdern Loewenthal gegründet worden. Hermann Zahn übernahm 1938 die florierende Ibelo Pfeifenfabrik AG. Weitreichende Kontakte ins Ausland und stetige Produktionssteigerungen kennzeichneten die Jahre 1950 bis 1980, bis zu 450 Beschäftigte waren bei Ibelo in Lohn und Brot - bis 1986 das Aus kam.
Die beiden Sulzbacher haben sich für ihr Geschichtsprojekt keinen Zeitrahmen gesteckt. Nach Beendigung des Projekts soll es eine Ausstellung oder eine Infobroschüre geben. Trotz ihres Interesses für die Geschichte des ehemaligen Feuerzeugherstellers: Gegen einen Abriss des verwahrlosten Komplexes hätten sie nichts einzuwenden. Christina Köhler

Kontakt: Markus Krebs, 06028/407976; Internet: www.ibelo-feuerzeuge.de

 



 

Dieser Artikel erschienen im Main Echo (Mai 2007) unter der Rubrik "Schule macht Zeitung"

Ibelo: Schandfleck für Markt Sulzbach


Alternative: tolle Familienhäuser, einladende Parks

Sulzbach. Überall gilt es Landschaften, Dörfer, Städte und vieles mehr zu verschönern, doch in Sulzbach kommt dies ja wohl zu kurz. Denn das nicht übersehbare Ungetüm in unserem Ort namens Ibelo (ehemalige Feuerzeugfabrik) ist ein grausamer Schandfleck.

Das alte Fabrikgebäude ist total heruntergekommen, da es seit etwa 20 Jahren leer steht und längst nicht mehr gepflegt wird. Kaputte Fensterscheiben, herunterfallende Ziegel sowie abbröckelnder Fassadenputz stellen sogar eine Gefährdung für Fußgänger dar. Bei Befragung des Sulzbacher Bürgermeisters erhält man die Antwort: Dieses Anwesen ist nicht in Gemeindebesitz und gehört einem Privatmann. Doch man könnte auf dem Platz schönere und wichtigere Sachen bauen. Wie zum Beispiel: tolle Familienhäuser, einladende Parkanlagen mit Wasserspielen, eine Seniorentagesstätte, ein Ärztehaus und so weiter.

Ich wünsche mir, dass ich mit diesem Artikel noch viele Gleichgesinnte gefunden habe, die mit mir dieses Problem anpacken.

Marie-Christin Müller Klasse 4 aHerigoyen Volksschule Sulzbach
Foto: privat

Wir freuen uns, dass das Thema „Ibelo“ immer wieder auf die Agenda kommt. Dieser Artikel gibt den Sachverhalt vollkommen richtig wieder - allerdings mit falschen Schlüssen! Herr Maurer kann leider wirklich nichts machen, denn wenn er das Grundstück für eine Menge Geld kaufen würde, würde es auch Kritiker geben. Man sollte in Sachen Kauf eher abwarten und eine günstige Gelegenheit nutzen. Einem Privatmann ein Grundstück abzunehmen ist in Deutschland (zum Glück) nur schwer möglich!!! Natürlich ist das Gebäude in einem schlechten Zustand, allerdings gibt es auf dem Ibelo Gelände keine herunterfallenden Ziegel, da es ein Flachdach hat. Auch sind dort keine zerbrochenen Fensterscheiben, da das Gelände trotz seines schlechten Zustandes immer noch teilweise genutzt und auch verwaltet wird!

 

 



 

 

 

 


...